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Das südliche Monferrato

Von Asti fahren wir in Richtung Costigliole d'Asti. Das Schloss ist eines der größten und beeindruckendsten der Gegend, mit seinen vier kräftigen Ecktürmen, den Statuen und der Zugbrücke. Im Mittelalter gehörte es der mächtigen Familie Asinari, die es vom 17. Jahrhundert an mit der Familie Verasis, den Grafen Castiglione teilte. Im Schloss lebte die schöne Virginia Oldoini, die 1854 durch Heirat mit dem Conte Verasis Gräfin von Castiglione wurde, und die berühmt dank ihres Charmes berühmt wurde, den sie auch zur Beeinflussung der Politik benutzte; so spielte sie bei der Bildung der Einheit Italiens eine bedeutende Rolle (Cavour schickte sie als Botschafterin des Piemonts nach Paris an den Hof von Kaiser Napoleon III).
Wir verlassen Costigliole in Richtung Calosso und bemerken den beeindruckenden Bau des Schlosses von Burio, fast schon beunruhigend, wenn es aus dem Herbstnebel aufsteigt, obschon es eigentlich mehr landwirtschaftliche als verteidigungstechnische Funktion hatte. Nach langjähriger Vernachlässigung wurde es von Schweizer Architekten erworben und in ein Kunstzentrum umgewandelt.
Wir fahren weiter nach Calosso. Das Schloss, das der Familie Roero gehörte und Ende des 17. Jahrhunderts in einen Landsitz umgewandelt wurde, hat einen massiven zylindrischen Turm mit Zinnen und Resten der Bollwerke, die den zahlreichen Angriffen verschiedenster Heere widerstanden. Im Herbst 1592 erkrankte der auf Bischofsbesuch weilende und vom Conte Roero beherbergte Bischof von Pavia, Alessandro Sauli, im Schloss und verstarb. Das Zimmer, in dem der Barnabit schlief, der im 18. Jahrhundert selig und 1904 heilig gesprochen wurde, wurde in eine Kapelle umgewandelt. Der heilige Alessandro wurde der Schutzpatron von Calosso und ihm ist die sogenannte “bagna cauda del Beato” im November gewidmet.
Auf der Panoramastraβe des Piana del Salto erreichen wir Moasca. Bei der Ankunft auf dem Hauptplatz des Dorfes fallen die Mauern mit den beiden zylindrischen Türmen an den Seiten auf: es sind die Reste des Mitte des 14. Jahrhunderts (1351) erbauten Gebäudes, nachdem die vorher bestehende Festung vom guelfischen Heer der Familie Solaro dem Boden gleichgemacht wurde. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurde das Schloss umgebaut und erweitert, aber leider führte die totale Vernachlässigung der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zum Verfall von großen Teilen. Die Reste der Ostmauer und die Türme sind zum Glück gerettet und in den letzten Jahren renoviert worden.
Auf dem daneben liegenden Hügel ist das Schloss von San Marzano Oliveto, zu bewundern, Lehen der Familie Asinari, mit vier quadratischen Ecktürmen und einem schönen Terrassengarten, den man vom Kirchenplatz her erreicht. Beim Hinabfahren in das Valle San Giovanni ermöglicht uns eine Abzweigung nach Calamandrana Alta die Sicht auf den einzigartigen achteckigen Turm des Schlosses. Wenige Kilometer später erreichen wird Canelli: der auf dem Hügel befindliche Dorfteil, die sogenannte Villanuova, wird vom beeindruckenden Schloss der Familie Gancia aus dem 17. Jahrhundert beherrscht, die für die 1930 durchgeführte Renovierung verantwortlich zeichnet. Von Cassinasco gelangt man ins Valle Bormida hinunter und erreicht das Langa Astigiana genannte Gebiet. Die neumittelalterliche Burg aus dem 19. Jahrhundert in Bubbio beherbergt ein Hotel. Von Bubbio geht es weiter nach Monastero Bormida. Hier steigen wir nicht auf die Hügel hoch, sondern fahren hinunter in die Nähe des Flusses, da die Burg nicht als Verteidigungsbau, sondern als Abtei des Benediktinerklosters von Santa Giulia entstand, gegründet im elften Jahrhundert, um die von den Invasionen der Sarazenen verwüsteten Böden zu urbar zu machen. Vom religiösen romanischen Gebäudekomplex bleiben der Kirchturm und die schöne Brücke über den Fluss Bormida erhalten, die zusammen mit der Burg eine Einheit von großer Schönheit und Harmonie schaffen. Durch den Weggang der Mönche im Jahr 1393 und der Einsetzung der Markgrafen Del Carretto erfolgte die Umwandlung in einen Festigungsbau, der in den nachfolgenden Jahrhunderten durch verschiedene Arbeiten noch verändert wurde. Vom Platz mit Kopfsteinpflaster betritt man durch eine großzügige Torhalle mit Kreuzgewölbe den Hof, der als suggestiver Ort für Konzerte und Sommertheater benützt wird. Im Inneren der Burg befinden sich die Gemeindebüros, in weiten Räumen mit Mosaik-Fussböden und Hängekuppeln und Kreuzgewölben, wovon einige mit florealen oder geometrischen Motiven oder mit weiblichen, manchmal mythologischen Figuren ausgeschmückt sind.
Auf dem Rückweg nach Asti steigen wir nach der Kreuzung nach Nizza Monferrato in der Region Opessina nach Castelnuovo Calcea, auf, das um das zu Zeiten des Barbarossa errichtete Schloss gebaut wurde. Später ließ ein Heerführer der Savoyer (von dem wir auch den Namen wissen, Stefano Re) das Schloss zerstören, der 1635, nach einer Revolte der Bewohner, das Dorf plünderte und in Flammen aufgehen ließ. Nach verschiedenen Einbrüchen der verbliebenen Bauten in den nachfolgenden Jahrhunderten hat die Gemeinde vor circa 20 Jahren die Stätte endlich erworben und die Mauern und den Aussichtsturm restauriert. Vom schönen Platz mit der barocken Pfarrkirche und dem Gemeindehaus erfolgt der Zugang zum (öffentlichen) Bereich, der mit großer Sorgfalt hergerichtet wurde. Von der sogenannten “Terrazza degli Ulivi” (Oliventerasse) ist schon ein schöner Ausblick auf den südlichen Teil der Provinz Asti gegen die Hügel von Canelli hin zu sehen, aber durch den Aufstieg gegen den Turm hin reicht das Panorama wahrhaft vom Apennin zu den Alpen -“Dagli Appennini alle Alpi” ist denn auch der Name, der diesem Ort gegeben wurde.
Auf der Weiterfahrt nach Asti fällt uns das Schloss von Montegrosso auf, das mit seinen beiden runden Türmen und dem nach Süden hin offenen Bogengang die “Skyline” des oberen Dorfteils kennzeichnet.. Nur wenig entfernt davon erinnern wir noch an das Schloss von Belveglio im Val Tiglione, von dem man sagt, es soll in seinen tiefen Kellergeschossen einen Schatz verstecken, und das heute im Besitz der italo-amerikanischen Flötistin Marlaena Kessick ist.