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Die Valle Sarmassa

Das Naturschutzgebiet der Valle Sarmassa zwischen Natur, Geschichte und Literatur 

Im Auto: Von Asti folgen wir der Richtung Nizza – Canelli (empfohlene Ausfahrtsstraße Corso Savona). Nach der Brücke über den Fluss Tanaro, nach weiteren circa 500 Metern, nach rechts auf die Umfahrungsstrasse abbiegen, die wir nach wenigen Kilometern in Richtung Isola d’Asti verlassen; ca. 15 km weiter auf der Asti - Mare bis Montegrosso, dann links nach Mombercelli und danach in Richtung Vinchio abbiegen, im Auto oder geht zu Fuß in Richtung Cortiglione weiter, bis zu einem Platz mit einer Holztafel, die einen der Zugänge zum Park anzeigt.
Der mit historischen und literarischen Hinweisen versehene naturalistische Aspekt überwiegt im Naturschutzgebiet der Valle Sarmassa, das sich im südlichen Teil der Provinz in den drei Gemeinden Vinchio, Vaglio Serra und Incisa Scapaccino ausdehnt.
Das Sarmassa Tal (der Name kommt wahrscheinlich von einem Stamm der Sarmaten, der sich hier niedergelassen hatte) war von prähistorischen Menschen bewohnt, was durch die in Serracorta und Monte del Mare gefundenen Steinbeile bezeugt wird. Das Schutzgebiet liegt in seiner Gesamtheit im von den Fachleuten der Geologie „ligurisch-piemontesisches Terziärbecken“ genannten Bereich. Der Boden hier gehört zu den „Lugagnano-Ton“ Formationen (Unteres Pliozän, vor 5 Millionen Jahren), einfach identifizierbar durch die typische graue oder aschgraue Farbe, manchmal mit hellblauen Nuancen. Darüber hat sich der “Sand von Asti” (Mittleres Piozän, vor 3 Millionen Jahren) sedimentiert, der die Hügelformen bildet und sich normalerweise in gelblicher, manchmal grauer oder rötlicher Farbe zeigt; diese Bodenschichten sind sehr reich an Fossilien, vor allem Schalentieren und seltener Meereswirbeltieren.
Auf den Erhebungen, den vom naturwissenschaftlichen Standpunkt her interessantesten Teilen des Waldes, ist Eichen-Niederwald vorhanden, dominiert von jungen Exemplaren von Traubeneichen und Flaumeichen, mit bedeutenden Vorkommen von Manna-Eschen. Außerdem sind Zonen mit Kastanienniederwald vorhanden, mit starkem Vordringen der Flaumeiche, und sehr magerem Unterholz aufgrund der dichten Überschattung der Bäume und der Säuerung des Nährbodens. Auf dem Talboden, der sich durch die konstante und invasive Präsenz von Robinien sowie große Pappelkulturen auszeichnet, können außerdem Stieleichen, Hainbuchen und Gemeine Eschen beobachtet werden. Diese Oasen der autochthonen Vegetation bestehen aus gemischtem Eichenwald, in dem sich Feldahorn, Feldulme und in feuchteren Zonen auch die Schwarzpappel und die Silberpappel zur Stieleiche gesellen. Am Rande der Pappelhaine, längs der Wasserläufe, treffen wir auf kleine Waldgebiete mit Schwarzerlen und Silberweiden.
Für alle Besucher ohne ein besonderes Interesse für Geologie oder Botanik, die einfach nur die Natur und die Landschaft genießen möchten, bietet das Naturschutzgebiet landschaftlich eindrückliche Abschnitte und Ausblicke: vom Gipfel der Hügel reicht der Blick bis zur massiven Alpenkette auf der einen, und zu den Erhebungen des Apennin auf der anderen Seite.
Im Naturschutzgebiet kann der Besucher auf einem der vom Ente Parchi Astigiani in verschiedenen Farben markierten Rundgänge wandern. Auf dem in roter Farbe markierten Spazierweg ist ein faszinierender Ort für eine Ruhepause sicher der “Bricco dei Tre Vescovi”, wo durch einen Meilenstein das Zusammentreffen von drei Diözesen angezeigt wird (Alba, Acqui Terme und Asti) und ein herrliches Panorama genossen werden kann.
Wer hingegen zwischen den prestigeträchtigen Rebbergen des Barbera wandern möchte, dem sei der den „Cru“-Hügeln des renommierten Weins von Asti gewidmete Rundgang empfohlen. Der Rundgang verbindet Vinchio mit dem Dorf Noche über den Bricco di San Michele Die Wanderung bietet auch Gelegenheit für Degustationen und Einkäufe bei den Weinproduzenten oder in der Cantina Sociale.
Im unteren Teil des Naturschutzgebiets befindet sich am blauen Rundgang der Lago Blu (Blauer See). Trotz seines Namens muss er aufgrund seiner geringen Abmessungen als “Weiher“ klassifiziert werden. Dank der Tatsache, dass hier absolut keine Schadstoffe vorhanden sind, war eine ansehnliche Kolonisierung durch Amphibien möglich. Gesehen wurden Tierarten wie die Kröte, der Springfrosch und der Teichmolch. Bei den Insekten können zahlreiche Libellen mit langem, schlankem Körper beobachtet werden, die den ersten Teil ihres Lebens im Wasser, vorzugsweise in ruhigen Pfützen verbringen. Mit etwas Glück kann im Weiher der Wasserskorpion beobachtet werden, erkennbar durch seinen langen Schwanz. Wer hingegen auf der Suche nach Hinweisen auf Geschichte und Legenden ist, wird den hellblauen Rundgang interessant finden, auf dem man den Bricco dei Saraceni erreicht. Hier verflechten sich Geschichte und Legenden: es scheint, dass dieser Ort Zeugnis der Schlacht war, in der Aleramo, der Fürst von Acqui, die Sarazenen besiegte (im Jahr 935). Einige führen den Name Vinchio auf “Vinci” (von vincere = siegen), den Sieg über die Saracenen zurück. Schließlich finden die Sportler einen schönen, markierten Fitnessrundgang mit Geräten vor: zweifellos ein gesunder und suggestiver Ort für belebende und aerobische Tätigkeit. Zwei Fahrradtouren stehen zur Verfügung, der graue für Mountainbikes und der gelbe für all diejenigen, die eine etwas geruhsamere Fahrt mit dem Rad vorziehen. Auf diesen beiden Rundfahrten gelangt man nach Incisa Scapaccino und Cortiglione, und kehrt dann nach Vinchio zurück.Der Schriftsteller Davide Lajolo, der in diesen Hügeln geboren wurde, nannte das Sarmassa Tal “mein grünes Meer” (il mio mare verde), eine Abfolge von Bäumen, Weinbergen und Hügeln, die scheinbar kein Ende hat .