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Rocchetta Tanaro

Im Auto: wir verlassen Asti auf dem Corso Alessandria und erreichen das Gebiet des Parco Naturale di Rocchetta Tanaro auf der SS10 in Richtung Alessandria. Nach Durchfahrt des Dorfes Castello d’Annone bei der Kreuzung rechts nach Rocchetta Tanaro abbiegen; nach der Brücke über den Tanaro, 500 m vor dem Ort nach rechts abbiegen, in Richtung Gatti oder S. Emiliano. Nach 4 km erreicht man den Parkplatz des Parks (auf der rechten Seite). Für Zugreisende ist die Lösung Zug/Fahrrad zu empfehlen: mit dem Zug bis zum Bahnhof Rocchetta Tanaro-Cerro (6 km vom Park entfernt).
Das 1980 als erstes gegründete Naturschutzgebiet erstreckt sich über nur 123 Hektaren in der Gemeinde Rocchetta, auf einer hügeligen Ebene auf 100-124 m ü.M., die gegen den Tanaro absinkt. Ein idealer Ort für einen ruhigen Spaziergang im Wald für Jedermann ist das Gebiet als „bosco del Marchese“ – im lokalen Dialekt „bosch del Marcheis“ – bekannt, weil er früher Besitz der Markgrafen Incisa della Rocchetta war.
Der große naturwissenschaftliche Wert dieses Parks besteht in seinem Waldbestand, der aus Kastanien- und Robinien-Niederwald und aus Hochstämmen besteht, bei denen Eichen und Hainbuchen, gemischt mit Trauben- oder Stieleichen vorwiegen. Die ersteren bevorzugen Erhebungen, die letzteren den Talboden.
Aus geologischer Sicht ist die Gegend Teil eines Hügelkomplexes, der im oberen Teil aus Sand des Villafranchium besteht, und unter dem der Sand von Asti liegt. Aufgrund der Zusammensetzung ist der Boden einer intensiven Erosionstätigkeit ausgesetzt, die durch die Wurzeln der Pflanzen nur mit Mühe aufgehalten wird. Der Park ist sowohl in klimatischer wie auch in floristischer Hinsicht am Mittelpunkt einer Art Brücke zwischen den Gebieten der Langhe im Süden des Piemonts, mit ihren bedeutenden Mittelmeereinflüssen, und dem Hügelsystem von Turin gelegen, in dem Gletscherrelikte aus alpiner Vegetation vorhanden sind.
Von Bedeutung ist die “Große Buche” (Grande Faggio, auch “Faggio Emilio” genannt) des Val du Gè, ein mehr als hundert Jahre altes Exemplar, das auf einer für das Piemont minimalen Höhe (130 m ü.M.) wächst und eine Erinnerung an die in der ganzen Gegend gegen Ende der letzten Eiszeit vorhandenen Buchenhaine darstellt.
Ein großer Teil der Oberfläche des Parks ist von Wald bedeckt: ein gemischter Eichenwald, in dem die Arten der Traubeneiche und der Stieleiche vorwiegen, zusammen mit der Flaumeiche und der Zerreiche. Das Studium der Vegetation des Parks war von großer Bedeutung bei der Rekonstruktion des ursprünglichen Aussehens des Waldes im piemontesischen Quartär. Der vor allem aus Traubeneichen bestehende Eichenwald zeichnet sich durch die Präsenz der Manna-Esche, des Elsbeerbaums, des Mispelbaums, des Weißdorns und des Geißblatts aus. Hier sind Haselnusssträucher, neben der Steinlinde, der Hainbuche und dem Feldahorn zu finden, während in der Nähe der Bäche Silberpappeln und Schwarzerlen wachsen. Im Unterholz blühen Orchideen, Lilien, Maiglöckchen, Anemonen, Glockenblumen und Taglilien.
Außerdem bietet der Wald einen Schutzraum für verschiedene Tiere. Unter den am häufigsten vorkommenden Säugetieren, die im Park leben sind Fuchs, Dachs (Symbol des Parks), Eichhörnchen, Igel, Wiesel, Haselmaus und Siebenschläfer. Die besonders reiche Vogelfauna besteht aus circa vierzig Arten von Brutvögeln, darunter der seltene kleine Buntspecht, der Kleiber, der Gartenbaumläufer, der Wendehals, der Waldlaubsänger und zahlreiche tag- und nachtaktive Greifvögel.
Im Talboden fließen zwei Bäche, der Rabengo im Westen und der Ronsinaggio im Osten, die die Grenzen des Parks bilden. Aus naturwissenschaftlicher Sicht bedeutend ist das Vorkommen des Flusskrebses, der biologischer Indikator und Zeuge der guten Wasserqualität ist. Der Ronsinaggio entspringt an der Quelle “Canà” mit eisenhaltigem und klarem Wasser, die bis zu den 60er Jahren die Hauptversorgungsquelle der Bevölkerung der Zone war. Die Quelle ist zu Fuß oder mit dem Mountainbike auf dem Rundgang erreichbar.
Im Naturschutzpark Rocchetta Tanaro bestehen schon seit Jahren zwei kurze Rundgänge für seh- und für gehbehinderte Personen. Wir empfehlen auch einen Besuch von Rocchetta Tanaro: das in römischer Zeit längs der Via Fulvia entstandene Dorf ist eine kleine, aber lebendige Ortschaft mit vielen Zeugnissen seiner langen Geschichte. Von der romanischen Kirche “delle Ciappellette“ über das Schloss der Markgrafen Incisa bis zur interessanten Pfarrkirche des 18. Jahrhunderts.