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Südlich des Tanaro

Südlich des Tanaro sind weniger romanische Kirchen vorhanden, die Via Francigena verlief hauptsächlich in östlicher Richtung. Die ersten Etappen sind in Richtung von Alessandria zu finden: Wenige Kilometer von Asti entfernt erreichen wir Rocca d’Arazzo; auf einem Hügel unweit des Dorfes steht die Kirche SS. Stefano e Libera. Trotz der Tatsache, dass sie komplett verputzt ist, haben die kürzlich ausgeführten Restaurationsarbeiten die romanischen Merkmale hervorgehoben, vor allem in der Apsis, deren Bau im Vergleich zu den anderen romanischen Kirchen der Region Asti atypisch ist. Auf der Weiterfahrt nach Rocchetta Tanaro begegnen wir nach dem Dorf in Richtung Nizza Monferrato fahrend (in der Ebene nur wenige Meter von der Straße entfernt) der Kirche von Santa Maria de Flesco, delle Ciappellette genannt, aufgrund der aus Ziegelscherben geschaffenen Dekorationen. Die Fassade ist neugotisch, aber wie so oft sind in der Apsis romanische Elemente zu finden (nur Besichtigung des Kirchenäußeren).
Wir fahren weiter in Richtung Nizza und danach nach Valle San Giovanni. Am Eingang des Tals, zwischen Rebbergen, erreichbar über eine von Lavendelbüschen umgebene Treppe, erscheint die Kirche von San Giovanni delle Conche, einst Pfarrkirche des gleichnamigen Dorfes, das heute nicht mehr besteht. Das Gebäude hat in den Umbauten über die Jahrhunderte hinweg die Ausrichtung verändert, aber die romanische Apsis ist bis heute auf der rechten Seite der Kirche gut erkennbar, mit schönen Dekorationen aus Sandstein an den Konsolen und den Einzelbogenfenstern (nur Besichtigung des Kirchenäußeren).
Nach Calamandrana fahren wir weiter nach Canelli und Cassinasco und erreichen das Langa Astigiana genannte Gebiet, den äußersten Zipfel der Provinz, eine Gegend von großer landschaftlicher Faszination. Obligatorisch ist der Halt in Monastero Bormida, von den Benediktinern im 11. Jahrhundert gegründet. Das heutige Schloss war Teil der Abtei Santa Giulia, von der der schöne Kirchturm erhalten ist. Der steinerne Turm weist vier im Bezug auf Fenster und Geschosswerksgesimse unterschiedliche Seiten auf. Prächtig die romanische Brücke über den Bormida, die eine der interessantesten mittelalterlichen Ingenieurbauten des Tals darstellt und die in der analogen Brücke von der Abtei von San Quintino in Spigno (AL) ihr Gegenstück findet. Nach Überquerung eben dieser Brücke gelangen wir durch das wilde Tal Valle Tatorba nach Roccaverano, der höchsten Gemeinde der Provinz Asti mit 760 m über Meer. Wir lassen den hohen Wartturm von Vengore hinter uns und treffen links auf den kleinen Friedhof der Kirche von San Giovanni. Einzig im Mauerwerk des unteren Teils des Kirchturms sind Hinweise auf die Romanik zu finden. Im Kircheninnern befindet sich jedoch ein wertvoller Zyklus von Fresken aus dem 15. Jahrhundert. Die Kirche wurde nach dem Bau der heutigen Renaissance-Pfarrkirche (1509) nur noch als Friedhofskapelle verwendet.