lingua

  • Italiano
  • English
  • Français
  • Deutsch
  • Español
  • Русский

titolo

Valleandona

Im Auto:Von Asti aus kann Valleandona erreicht werden, indem man den Schildern Richtung Autobahn A21 folgend die Stadt in Richtung Turin verlässt (Corso Torino oder Corso XXV Aprile). Wenige hundert Meter nach der Stadt fahren wir an der Autobahneinfahrt rechts vorbei und circa 7 km weiter auf der Strasse nach Turin, bis wir auf der rechten Seite ein Schild Valleandona sehen.
Das Sondernaturschutzgebiet Valleandona, Valle Botto und Val Grande ist vielleicht der, auch auf internationaler Ebene, bekannteste Park der Region, aufgrund seiner Eigenschaft als Paläontologisches Naturschutzgebiet mit einem reichhaltigen Schatz von Fossilien von Meeresorganismen, die in den Sandschichten der steilen Waldböschungen ans Licht kommen.
In der Tat bedeckte das Meer während des Pliozän (vor 5 bis 1,8 Millionen Jahren) die gesamte Poebene bis zum Alpenbogen: das Gebiet von Asti war eine riesige Meeresbucht von geringer Tiefe, begrenzt gegen Süden von den Hügeln des Langhe-Gebiets, gegen Westen vom Golf von Cuneo, gegen Norden von einer flachen Insel, die dem heutigen nördlichen Monferrato entspricht, und gegen Osten mit dem Meer der Poebene verbunden. In unseren Rebbergen und im Boden der Hügel werden häufig Fossilien gefunden und der Schutz dieses wichtigen wissenschaftlichen und kulturellen Schatzes hat 1985 zur Gründung des Naturschutzgebiets geführt.
n Valleandona befindet sich der Sitz der Parkbehörde Ente Parchi Astigiani; auf Anfrage kann ein interessanter Museumssaal mit einer reichhaltigen Sammlung von fossilen Funden besucht werden. Die Fossilien sind in Schichten konzentriert, die längs der Wände der Taleinschnitte beobachtet werden können. Die zahlreichen Funde, von Muscheln bis zu Resten von Wirbeltieren vom Land und aus dem Wasser, haben schon im 18. Jahrhundert die Aufmerksamkeit zahlreicher Wissenschaftler und Forscher auf sich gezogen, und diese haben zur Verbreitung der Neugier und des Interesses für die Paläontologie beigetragen. Hunderte von Arten von Meeresweichtieren wurden gefunden, deren Schalen außerordentlich gut erhalten sind. Dazu kommen Brachiopoden, Echiniden, Korallen und seltene Resten von Wirbeltieren. Die ersten menschlichen Siedlungen in diesem Gebiet gehen mehr als 10̒000 Jahre zurück. Aufgrund von Funden von Schabern, zweiseitigen Messern, Böden von Hütten, Teilen von Einbäumen und anderen Gegenständen wird angenommen, dass die ersten Menschen – wahrscheinlich ligurischen Ursprungs - dem Lauf des Flusses Tanaro folgend in diese Gebiete gelangt sind.
Neben den bedeutenden paläontologischen Beständen bietet das Naturschutzgebiet von Valle Andona, Valle Botto und Val Grande Anreiz für interessante Naturbeobachtungen. Die ursprünglichen Waldflächen des Gebiets (Eichen und Hainbuchen) wurden vom Menschen durch die Einführung von neuen Arten, wie der Kastanie und der Robinie, grundlegend verändert; außerdem erfuhren große Flächen eine Veränderung des Bestimmungszwecks und wurden vom Rebbau eingenommen.
Heute zeichnen sich die Wälder des Gebiets durch Robinien, Sommereichen, Hainbuchen, Linden und Ahorn aus. Selten, aber wertvoll, sind die Kiefer, die letzten Zeugen einer geologisch kälteren Zeit.
Im Unterholz bildet die sehr robuste kletternde Waldrebe Kaskaden aus Lianen zwischen Geißblatt, Pfaffenhütchen, blutrotem Hartriegel und dem Haselnussstrauch. Vom Frühling bis im Herbst färben blühende Kissen von Lungenkraut, Primeln, Anemonen, wilden Geranien, Hundszahn und Salbei den Wald. Natürlich fehlen auch die Schmetterlinge nicht, mit der Schönheit des Segelfalters, des Schwalbenschwanzes und der verschiedenen Edelfalter. Aufmerksame Beobachter sehen außerdem Käfer (Hirschkäfer) und Vögel (Bienenfresser, Turmfalken, Wiedehopfe, Eichelhäher, Grünspechte und Kleine Buntspechte). Eichhörnchen sind hier zu Hause, ebenso wie Wölfe, Dachse, Wiesel, Steinmarder, Smaragdeidechsen und ungiftige Schlangen (wie die Äskulapnatter). In den Regenwasserpfützen im Frühling treffen sich Laubfrösche, Feldkröten, Spring- und Wasserfrösche und Molche.
Der Zugang zum paläontologischen Rundgang im Valle Botto mit seinen speziell für Führungen ausgestatteten fossilführenden Fundorten ist nur nach Anmeldung und mit Führer zugelassen. Die Ente Parchi Astigiani organisiert kostenlose Führungen im Rahmen des Jahresprogramms von Europarc.
Der Eingang zum Bereich Valleandona, in dem der Umwelt- und Naturaspekt vorwiegt, ist hingegen kostenlos: ausgeschilderte Wanderwege, Rundgänge für Mountainbikes oder Pferde und Picknick-Plätze stehen zur Verfügung.