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Von Asti nach die Langa

Von Asti aus erreichen wir die Langa den Wegweisern nach Canelli folgend: in der Hauptstadt des Asti Spumante angekommen fährt man nach Cassinasco weiter. Auf den Kurven, die zum kleinen Dorf hochsteigen, sind die ersten Haselnusshaine zu sehen, die sich mit den Rebbergen von Moscato-Trauben abwechseln.
In Cassinasco ist nicht viel vom ursprünglichen Dorf geblieben: ganz oben, neben der Pfarrkirche ist der einzig verbliebene Rest des 1615 vom französischen Heer zerstörten Schlosses der mittelalterliche Steinturm, der noch heute im Durchbruch die Zeichen der wütenden Soldaten zeigt. Die nahe Kirche Sant' Ilario verwahrt in ihrem Innern einen barocken Charakter. In der Regione Caffi (vom arabischen “kafir”, das Ungläubiger bedeutet, ein Andenken an die Streifzüge der Sarazenen) wurde die Wallfahrtskirche Nostra Signora dei Caffi zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach einem Projekt des Architekten Gualandi Von Cassinasco steigt man in das Valle Bormida hinab und erreicht Bubbio: vielleicht romanischen Ursprungs erhebt sich das Dorf auf einem felsigen Ausläufer über dem Fluss Bormida; es hat seinen mittelalterliche Stadtaufbau erhalten, mit den schönen, an der Via Maestra aus dem 14. Jahrhundert aufgereihten Häusern, zwischen der Pfarrkirche und dem Schloss.
Die Pfarrkirche Assunta (1750-1779) wurde vom Architekten Giacomo Carretto entworfen, einem Schüler des großen italienischen Meisters Juvarra, mit einer bewegten Fassade aus Sichtbacksteinen und einem majestätischen Zentralbau. Gegenüber das Oratorium der Disciplinati. Nicht verpassen sollte man auch den Spaziergang an der Mauer und längs des Flusses, mit Ausblicken in die Gassen und einem Halt in einer der Konditoreien mit den Amaretti aus Haselnüssen. In der Regione Sant' Ippolito wurde vor kurzem der Skulpturenpark von Quirin Mayer eingeweiht, einem Schweizer Bildhauer, der sich, wie viele andere Ausländer von den Landschaften der Langa verzaubert, hier niedergelassen hat. Empfehlenswert ist ein Aufstieg auf den Colle San Grato: vom Platz vor dem gleichnamigen Kirchlein, einem achteckigen Gebäude in eklektischem Stil, ist die Aussicht atemberaubend. Von der Regione Quartino steigt die Straße durch eine fast mediterrane Vegetation zwischen Rosmarinsträuchern und kleine, von Trockensteinmäuerchen gehaltenen Rebbergen nach Loazzolo hoch. Die kleine Gemeinde Loazzolo, deren Name von lateinischen „Lupatiolum“ (Ort der Wölfe) stammen soll, ist heute durch den gleichnamigen Passito der Moskatotrauben bekannt, der kleinsten D.O.C. Italiens, die aus der Spätlese von alten, nach Süden ausgerichteten Moskato-Weinbergen entsteht, deren Trauben danach an der Sonne getrocknet werden.
Nach einem Halt auf der Aussichtsterrasse kann der Besuch des Ortes auf der Piazza mit der Pfarrkirche Sant’ Antonio Abate und die Kirche der Disciplinati oder aber mit einem Entdeckungsspaziergang in den Ruinen des Schlosses auf der Collina di Sant' Andrea verlängert werden.
Wir steigen wieder ins Valle Bormida hinunter: die Straße folgt dem Verlauf des Flusses bis nach Cessole: der “neue” Teil der Gemeinde verläuft längs der Provinzstraβe, nach rechts biegt man hingegen ins alte Dorf ein, das an den Hügel angelehnt von einer gewagten und originellen Barockkonstruktion mit zwei übereinander liegenden Kirchen beherrscht wird: die Pfarrkirche und die Kirche der Bruderschaft der Battuti. Der Architekt Giacomo Carretto ersann diese geniale Lösung, um den 180 Jahre dauernden Diskussionen um den Standort der beiden Gebäude ein Ende zu setzen. Der erste Stein des neuen großen Gebäudes wurde am 19. April 1779 gesegnet.
Es empfiehlt sich, zu Fuß zur kleinen Piazza hochzusteigen, an der die Pfarrkirche und die Loggia des Marktes stehen, der der ersten im Valle Bormida im 17. Jahrhundert war. Rechts absteigend erreicht man hingegen den Eingang der Kirche der Disciplinati.
Von der Schlossmauer, die ziemlich weitläufig gewesen sein muss, sind lediglich im oberen Teil des Dorfes, in der Nähe der Kirche von Sant’ Antonio da Padova Spuren erhalten geblieben. Beeindruckend ist auch ein großes Festungshaus aus Stein. Gegenüber vom Dorf, am anderen Flussufer, steht die Kirche von Sant' Alessandro und die kleine Wallfahrtskirche der Madonna della Neve.
Weiter vorn im Tal erreichen wir nach wenigen Kilometern Vesime (ad vigesimum milium von Acqui Terme). Auch hier lohnt es sich, die Hauptstraße, an der sich das moderne Vesime entwickelt hat, zu verlassen: von der Piazza Vittorio Emanuele aus biegen wir rechts ab zum Gemeindehaus (Palazzo Comunale) mit dem gotischen Portico mit von Säulen aus Sandstein getragenen Spitzbögen und Kapitellen aus dem 14. Jahrhundert, die geometrische Zeichen und pflanzliche Voluten darstellen. Die Pfarrkirche von San Martino geht auf das Jahr 1898 zurück und ist im neugotischen Stil erbaut (der Kirchturm der alten Kirche wurde von einem Erdbeben beschädigt und ist im Gemeindehaus eingebaut sichtbar). An der daneben liegenden Piazza Dante bewahrt die vor Kurzem renovierte Kirche der Disciplinati in ihrem Innern Spuren von Fresken aus dem 16. Jahrhundert. Ein schöner Spaziergang auf den Hügeln führt uns zu den Resten des zum größten Teil von den spanischen Kanonen des 17. Jahrhunderts zerstörten Schlosses. Beim Friedhof beeindruckt die Rokoko-Fassade der Kirche von Santa Maria, die viel älteren Ursprungs ist und unter anderem eine Statue der Madonna mit Kind aus dem 14. Jahrhundert enthält. Außerdem laden die zahlreichen verstreuten Kapellen zu Spaziergängen in der Umgebung ein. In Vesime beginnt nach der Überquerung der Brücke über den Bormida der lange und faszinierende Aufstieg nach San Giorgio Scarampi, das winzige Dorf auf 655 m.ü.M. mit dem intakten historischen Zentrum und wenig mehr als hundert Einwohnern: ein mittelalterlicher Turm, zwei Kirchen und einige Häuser aus dem hiesigen Stein „pietra di langa“. Der vor kurzem restaurierte Turm ist ein schönes Beispiel für einen Verteidigungsbau des Mittelalters; sie hat dossierte Mauern, sechs Geschosse und ein Terrassendach, der ursprünglich von Zinnen gekrönt war. Rund herum verbleiben die Mauern der Festung, die von der Familie Asinari im 14. Jahrhundert erbaut wurde. Die Pfarrkirche San Giorgio ist dem Heiligen Georg gewidmet; er wird auf einem wunderschönen Basrelief aus Sandstein auf dem Rahmen des Eingangstors dargestellt.
Wenig weiter das Oratorium der Disciplinati, ein originelles Gebäude mit dem Grundriss eines griechischen Kreuzes aus dem 17. Jahrhundert, während die aus lokalem Stein und Backstein erstellte Fassade das Ergebnis einer Erneuerung aus dem 19. Jahrhundert ist.
Wir verlassen San Giorgio und steigen hoch in Richtung der Hauptstadt der Langa Astigiana, Roccavero (“Rocha Uverani”, vom Namen des Baches Ovrano, der durch das Tal darunter fließt).
Die Faszination von Roccaverano, der höchstgelegenen Gemeinde der Provinz, ist konzentriert auf dem Hauptplatz: die herrliche Pfarrkirche im Stil des Rinascimento, das Schloss, der Turm und die umliegende Landschaft. Die Kirche, deren 500-jähriges Jubiläum vor kurzem gefeiert wurde, wurde 1509 vom Monsignor Enrico Bruno in Auftrag gegeben, der aus Roccaverano stammte (aus der Familie Bruno stammen insgesamt 5 Bischöfe!), nach einer Zeichnung des Bramante, mit dem er wahrscheinlich in Rom in Kontakt gekommen war. Vom Schloss bleibt nur eine mächtige Mauer mit drei gotische Drillingsfenstern: eine Treppe mit Galerie aus Holz führt zu ihnen hoch und ermöglicht die Sicht auf die Piazza (fast unmöglich, die Kirche von diesem perfekten Standpunkt aus nicht photographieren zu wollen). Auch der runde, fast 30 Meter hohe Turm kann besichtigt werden. Und nach der überwältigenden Aussicht entspannt uns ein Spaziergang durch den alten Ortskern zwischen schönen Steinhäusern, Wappen der Familie Bruno und aus Stein gemeißelten Portalen.
Wir verlassen den Ort in Richtung des Friedhofs und erreichen die Kirche San Giovanni, die alte Pfarrkirche: die Fassade stammt aus dem 19. Jahrhundert und hat wenig des ursprünglichen romanischen Stils erhalten, das Innere birgt eines der wichtigsten Freskenzyklen der Spätgotik des Piemont. Weiter vorn (auch zu Fuß erreichbar) steht der schöne Turm Torre di Vengore aus dem 13. Jahrhundert allein zwischen Weizenfeldern und Wäldern. Wenn noch ein wenig Zeit zur Verfügung steht lohnen die Ortsteile San Gerolamo und Garbaoli einen Besuch und einen Halt bei den Produzenten des Roccaverano-Käses, des einzigen Ziegenkäses D.O.P (Geschützte Herkunftsbezeichnung) Italiens; die sogenannte Robiola oder “formaggetta” ist inzwischen in den besten Restaurants zu finden.