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Zwischen Asti und Moncalvo

Wir verlassen Asti in Richtung Portacomaro, und fahren durch das Dorf Portacomaro auf dem Hügel unter dem Wachtturm der mittelalterlichen Schutzmauer hindurch gegen Castagnole Monferrato,und weiter nach Montemagno.Schon aus dem Tal unten ist die Burg aus Sichtbackstein mit ihren Ghibellinenzinnen und ihren Türmen ein herrlicher Blickfang: wenn man das Dorf zu Fuß betritt nimmt man die mittelalterliche Stadtanlage wahr, die für diese Gegend einzigartig ist: vom imposanten Gebäude des damaligen Markgrafen des Monferrato gehen strahlenförmig zwölf Gassen aus, von denen (und vom Platz der Pfarrkirche) aus man herrliche Ausblicke genießen kann. Die Gemeindestrasse hinter dem Schloss gibt einen weiten Blick auf den Nördlichen Monferrato zwischen dem Gebiet von Asti und demjenigen von Casale frei, und lässt uns das massive Gebäude mit seinem elliptischen, mit Logen versehenen Innenhof und den unregelmäßigen Grundriss der Burg beobachten, dessen Zugbrücke erhalten ist und das im Keller eine gigantische Presse aus dem 18. Jahrhundert enthält. Die Burg ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden; das Dorf in seiner Gesamtheit ist jedoch gut erhalten und ist sicher einen Rundgang wert.
Von Montemagno aus erreicht man Moncalvo. Von Montemagno aus erreicht man Durch Calliano fahren wir nach Castell'Alfero dem interessanten Ort an der Einfahrt ins Valle Versa, Hochburg der freien Gemeinde Asti seit 1290, an der Grenze zum Gebiet der Markgrafschaft. Zu Fuß vom Platz unter dem Mauern hochsteigend, am alten Getreidespeicher des Schlosses vorbei, erreichen wir den (öffentlichen) Schlossgarten, einst Park der Grafen Amico, denen die Umwandlung von Festung in Adelswohnsitz nach Entwurf des Architekten Benedetto Alfieri im 18. Jahrhundert zu verdanken ist. Der Eingang ins Schloss, Sitz der Gemeindeverwaltung, befindet sich an der Südfassade gegenüber den Gärten im italienischen Stil („giardino all'italiana“). Das Innere des Schlosses, insbesondere die Sala Rossa (der Rote Saal), der Repräsentanzsaal der Conti Amico, das Boudoir der Prinzessin, die Sala Verde (grüner Saal) und das darunter liegende Theater wurden vor kurzem renoviert. Die Sala Verde war der Raum der Musik und der Empfänge, und zeichnet sich durch einen wunderschönen Fußboden aus handbemalter Vietri-Keramik aus. Ein kleinerer Saal ist Giovan Battista De Rolandis gewidmet, dem Erfinder der italienischen Trikolore, der nur wenige Meter vom Schloss entfernt geboren wurde, ein anderer Gianduja, der im 19. Jahrhundert entstandenen piemontesischen Karnevalsfigur aus Callianetto in der Gemeinde Castell'Alfero. In den vor kurzem restaurierten eindrucksvollen Kellern befindet sich der Sitz des Museo Etnografico L'Ciar (L’ciar ist piemontesisch für Lampe), das mit seinen originalgetreuen Rekonstruktionen von Wohnhäusern, Schulen und Werkstätten zu Beginn des 20. Jahrhundertsein kleines Licht auf die bäuerliche Vergangenheit der Region wirft.
Die Straße von Valle Versa wurde im Mittelalter von Heeren und Pilgern begangen und von vielen Schlössern und Burgen kontrolliert. Als erstes sehen wir links die Burg von Frinco, weiter vorn rechts die von Colcavagno und steigen danach gegen Montiglio Monferrato auf. Das imposante Schloss, einst eines der größten des Monferrato, hat eine faszinierende und legendenreiche Geschichte und einen sehr komplexen architektonischen Aufbau: die vier noch identifizierbaren Turmhäuser gehörten den Familien der “Genossenschaft” der mittelalterlichen Lehensherren. In den Innenräumen wechseln sich mittelalterliche Teile, darunter der sogenannte Biforen-Saal aus dem 14. Jahrhundert, mit Sälen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und großzügigen unterirdischen Lokalen mit tiefen Brunnen und Wasserzisternen auf verschiedenen Ebenen ab. Das Schloss war eines der Sitze der Hofs des Markgrafen des Monferrato und beherbergte illustre Gäste und Troubadoure wie Raimbaut de Vaqueiras (Ende des 12. Jahrhunderts), der hier einige von der Tochter von Bonifacio I inspirierte Lieder geschrieben haben soll. Die Cappella di Sant'Andrea im großen Garten birgt einen kleinen Schatz, den bedeutendsten Freskenzyklus des 14. Jahrhunderts im Piemont, ein Werk des sogenannten Meisters von Montiglio. Die Fresken stellen das Leben Christi dar, “am laufenden Band” dargestellt, fast wie eine Abfolge von Fotogrammen. Es empfiehlt sich daher, die Gelegenheiten für Führungen wahrzunehmen, um dieses Kleinod zu bewundern.